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Auftreten und Verbreitung
Sobald sich im Frühling der Schnee zurückzieht und die ersten warmen Tage sich
ankünden, sind sie wieder aktiv – die Zecken (auch "Holzbock"
genannt). Sie leben bevorzugt in Wäldern mit
reichlich Unterholz, in Waldlichtungen und Waldrändern, kommen jedoch auch in
Wiesen und Gärten vor und sind entlang von Waldwegen zu finden. Sie klettern an
Gräsern oder an Gebüschen bis etwa in eine Höhe von einem Meter empor und warten
teilweise tagelang geduldig auf ein Opfer. Sei es Tier oder Mensch, die Zecke
klammert sich an alles, was vorbeistreift oder lässt sich zuweilen auch auf ein
Opfer fallen. In der Folge krabbeln sie mit ihren vier Beinpaaren auf der Haut
im Haarboden oder Fell und suchen sich eine geeignete Stelle zum Blutsaugen.
Diese finden sich vorzugsweise in den Kniekehlen in der Schamgegend oder im
Bereich der Achselhöhlen, jedoch kann die Zecke beinahe überall auf der Haut
stechen. Die Karten der Verbreitungsgebiete in der
Schweiz finden sie hier!
Risiken des Zeckenstichs
Der Zeckenstich an und für sich ist eigentlich nicht gefährlich. Selten kann
sich sekundär ein Infekt im Bereich der Einstichstelle bilden, dabei rötet sich
die Haut und es muss gelegentlich antibiotisch behandelt werden. Ebenfalls
sollte die Aktualisierung der Starrkrampfimpfung nicht vergessen werden.
Probleme infolge eines Stiches sind dann zu erwarten, wenn die Zecke
durch Krankheitserreger in Form von Viren oder Bakterien befallen ist:
-
Frühsommer-Meningo-Encephalitis (FSME): Die virale Erkrankung,
auch FSME-Erkrankung bezeichnet, verläuft typischerweise in zwei
Phasen, wobei infizierte Personen in der ersten Phase gelegentlich
über grippeähnliche Krankheitszeichen klagen. Dabei dominieren
Müdigkeit, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, selten auch
Magen-Darm-Beschwerden. Teilweise verläuft die erste Phase aber auch
vollständig symptomlos. Bei den meisten Personen ist danach die
Virusinfektion überstanden. Allerdings kommt es nicht selten nach
ca. einer Woche zur zweiten, sehr ernsthaften Krankheitsphase (in
ca. 5-10%) wobei es zum Befall der Hirnhäute, des Gehirns und
Rückenmarks kommt. Es manifestieren sich starke Kopfschmerzen,
Lichtscheu, Erbrechen und Nackensteifigkeit. In der Folge entwickeln
sich häufig Lähmungen, Sprachstörungen und selten kommt es auch zu
Todesfällen. Sehr häufig sind bleibende Leiden wie
Konzentrationsstörungen, dauerhafte Kopfschmerzen und Lähmungen.
- Lyme-Borreliose: Auch die Lyme-Borreliose verläuft in mehreren Stadien. Innerhalb einer bis acht
Wochen nach Zeckenstich entwickelt sich
im Bereich der Stichstelle eine Rötung,
die sich schnell grossflächig ausdehnt und zentral abblasst (Erythema chronicum
migrans).
Gelegentlich kommt es zusätzlich zu Kopfschmerzen, Gliederschmerzen
und allgemeinem Krankheitsgefühl. Die Abheilung erfolgt innerhalb spätestens zehn Wochen mit oder ohne Elimination
des Erregers. Kann das körpereigene Abwehrsystem den Erreger nicht erfolgreich
eliminieren, kommt es nach Monaten zum zweiten Stadium der Erkrankung. Dabei
dominieren rheumatologische Krankheiten wie beispielsweise Gelenkentzündungen, Muskelschmerzen, Herzmuskelentzündungen oder
Herzbeutelentzündung. Gelegentlich kommen auch neurologische
Krankheitsmanifestationen vor wie Hirnhautentzündung oder
Nervenwurzelentzündungen verbunden mit Lähmungen, besonders im Bereich der
Gesichtsmuskulatur. Im dritten Stadium kommt es dann zur Chronifizierung mit
Befall von mehreren Organen.
Vorbeugende Massnahmen
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Zecken stechen schmerzlos und bleiben deshalb oft lange unentdeckt. Der Körper
sollte nach Waldausflügen, Picknick, aber auch Gartenarbeiten, gründlich nach Zecken abgesucht werden.
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Beim Aufenthalt in der
Natur am besten geschlossene Kleidung und Schuhwerk anziehen.
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Vermeiden Sie wenn
möglich den unmittelbaren Kontakt mit Sträuchern, Gebüschen oder
hohem Gras
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FSME-Impfung: Dabei handelt es sich um einen “Totimpfstoff“, der abgetötete
FSME-Viren enthält, und am besten während den Wintermonaten in drei Teildosen am
Oberarm injiziert wird. Weitere Informationen:
http://www.bernabiotech.ch/de/impfen/fsme/faq/
Entfernung Zur Entfernung
des Parasiten eignet sich eine feine spitze Pinzette. Diese wird möglichst nahe
an der Haut um den eingestochenen Saugfortsatz bzw. „Kopf“ der Zecke herum
geschlossen und langsam – nicht ruckartig – aus der Haut herausgezogen.
Drehbewegungen sind dabei nicht nötig. Ebenfalls sollte die Vorbehandlung mit
Substanzen wie Desinfektionsmittel, Oel, Benzin etc. unterlassen werden. Erst
nach der vollständigen Entfernung der Zecke sollte die Stichstelle sorgfältig
desinfiziert werden. Da sich die FSME-Viren in den Speicheldrüsen der Zecke
aufhalten und ca. innerhalb einer Stunde in die Blutbahn gelangen, kann durch
die frühzeitige Entfernung der Zecke kaum jemals die Infektion mit FSME-Viren
verhindert werden. Die Borrelien-Bakterien
hingegen halten sich im Zeckendarm auf und benötigen nach dem Einstich ca. 24 –
48 Stunden, um von dort via Speicheldrüsen in den menschlichen Körper zu
gelangen. Durch die frühzeitige Entfernung des Parasiten kann also oft eine Infektion mit Borrelien-Bakterien verhindert
werden.
Behandlung
- FSME: Da bei der durch die FSME-Viren bedingten Meningitis/Encephalitis keine
spezifischen Therapien oder Medikamente bekannt sind, kann man nur
versuchen, die Symptome zu lindern. Es ist daher besonders wichtig,
Infektionen von vorneherein zu verhindern.
- Lyme-Borreliose: In jedem Stadium der Krankheit ist die
konsequente Behandlung
mit Antibiotika notwendig. Im Gegensatz zur FSME-Erkrankung gibt es zur
Vorbeugung der Lyme-Borreliose zur Zeit keinen Impfstoff.
Weitere Informationen:
Verbreitungsgebiete: Bitte hier klicken!
Bundesamt für Gesundheit:
http://www.bag.admin.ch/infekt/publ/wissenschaft/d/
Weitere Infos:
http://www.zecken.ch/
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