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Freitag abend 21.00 Uhr in der Turnstunde:
Plötzlich machen Sie einen Fehltritt,
es knackst spürbar im Gelenk. Es wird Ihnen fast übel und innert Minuten
zeigt sich eine Schwellung über dem Aussenknöchel.
Sie
bekommen von Ihren Kameradinnen sofort Hilfe und gute Ratschläge. Es
setzt eine lebhafte Diskussion ein über das Vorgehen:
- Hochlagern, kühle Umschläge machen, morgen zum Hausarzt
- Sofort zum Hausarzt (oder dessen Vertretung)
- Sofort auf die Notfallstation des Kantonsspitals Liestal
Lösung 1 und 2 sind vertretbar, da meist eine Verletzung der Bänder vorliegt und
man auch über Nacht warten kann. Es ist aber verständlich, wenn sich Patienten
abends noch melden angesichts starker Schmerzen und wenn keine Schmerzmittel,
Krücken und dergleichen zu Hause vorhanden sind.
Die Notfallstation des Spitals muss nicht beansprucht werden!
Der Hausarzt wird
also in aller Regel (aber nicht zwingend) ein Röntgenbild anfertigen, um einen
Knöchelbruch auszuschliessen (je nach Typ Fraktur ist eine Operation notwendig).
Wenn sich keine Knochenverletzung zeigt, wird das Gelenk ruhig gestellt mit
einer Binde, Schiene oder Gelenkstütze. Interessanterweise spielt die Art der
Ruhigstellung eine untergeordnete Rolle. Bandverletzungen werden heutzutage
nicht mehr operiert, da 95 von 100 Verletzungen mit einem guten Ergebnis
ausheilen. Bei den wenigen unbefriedigenden Verläufen (Schlottergelenk) wird
– sofern
auch die stärkende Physiotherapie keine Stabilisierung bringt
–
das Band mit einer körpereigenen Sehne rekonstruiert.
Abhängig vom
Schweregrad der Verletzung (Schwellung, Schmerz etc.) wird der Fuss etwa eine
Woche lang an Stöcken entlastet, wobei leichtes Draufstehen erlaubt ist. Dann
kann der normale Gang wieder vorsichtig aufgenommen werden und es erfolgt die
sogenannte „funktionelle“
Nachbehandlung. Das bedeutet, dass der Patient so gut belastet, wie es eben geht
und nach und nach seinen gewohnten Gang wieder aufnimmt. Als Faustregel gilt
eine Heilungszeit von ca. 6 Wochen, während der die Gelenkstütze oder Bandage
noch getragen wird, während der ersten drei Wochen eventuell auch nachts.
Schmerzmittel braucht es nur zu Beginn. Salben und Gel's sind beliebt, ihre
Wirkung für das Endresultat jedoch kaum von Bedeutung.
Zur Arbeitsunfähigkeit:
im Büro einige Tage, als Handwerker 2-3 Wochen (je nach Verlauf ist
manchmal ein Spezialschuh nötig).
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