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In der Schweiz verhüten 40% aller Frauen im gebärfähigen Alter mit der Pille.
Über den Magendarmtrakt werden dabei die beiden weiblichen Hormone (Oestrogen
und Gestagen) in den Blutkreislauf eingeschleust. Diese verhindern die
monatliche Eireifung. Ein Eisprung (= Ovulation) findet bei diesen Frauen nicht
statt Diese Pillen werden in der Medizinersprache deshalb Ovulationshemmer
genannt.
Die Einnahme erfolgt täglich über 3 Wochen. Dann folgt eine einwöchige
Einnahmepause, in der 3 bis 4 Tage nach der letzten Pilleneinnahme die
Monatsblutung (= Menstruation = Mens) einsetzt. Auch in dieser 7-tägigen
Pillenpause ist die Frau vor einer Schwangerschaft geschützt.
Da die Hormonzufuhr auch Risiken birgt, speziell bei Raucherinnen und Frauen,
bei denen in der Familie eine Blutgerinnungsneigung besteht, ist die Pille
rezeptpflichtig, d.h., ein Arzt/eine Ärztin muss sie verschreiben. Dies
beinhaltet eine vorgängige medizinische Kontrolle, eine Risikobeurteilung und
schliesslich die Auswahl eines geeigneten Präparates. Es besteht heute eine
grosse Auswahl an Ovulationshemmern.
Wichtig bei der Verhütung ist: Hohe Sicherheit bezüglich Schutz vor
Schwangerschaft, Risikominimierung und möglichst fehlende Nebenwirkungen (z.B.
Gewichtszunahme). Bei wirklich regelmässiger Einnahme ist die Sicherheit der
Verhütung mit der Pille gross. Der Zeitpunkt der Monatsblutung ist im Voraus
bekannt. Stärke und Schmerzhaftigkeit der Mens sind meist vermindert. Nach
Rücksprache mit dem Arzt/Ärztin oder vorgängiger Instruktion kann der Zeitpunkt
der Blutung verlegt werden. Bei schweren Monatsbeschwerden sind auch so
genannte Langzyklen möglich. Dabei wird die Pille ohne Unterbruch über 3 Monate
eingenommen und erst dann eine 7-tägige Pause eingelegt.
Nebst der beschriebenen klassischen Pille gibt es
eine Reihe weiterer
hormoneller Verhütungsmethoden:
Nuva-Ring: Ein Plastikring von 54mm
Durchmesser wird in die Scheide eingeführt und 3 Wochen da belassen. Er gibt
kontinuierlich die beiden Hormone Oestrogen und Gestagen in kleinen Dosen ab.
Diese gelangen über die Scheidenwand in den Blutkreislauf. Auch bei dieser
Methode werden Eireifung und Eisprung gehemmt. In der 4.Woche (=Ringpause)
setzt nach wenigen Tagen eine Blutung gleich wie bei der Pille ein. Dann wird
ein neuer Nuva-Ring eingesetzt.
Vorteile: geringere Hormonmengen im Blut, das tägliche „an die Pille denken“
entfällt. Gute Instruktion ist Voraussetzung. Den Ring in die Scheide einzuführen ist
keine Hexerei. Wer ein Tampon einführen kann, dem gelingt auch dies.
Evra,
das Hormonpflaster: Es wird ein 4,5 x 4,5cm grosses, durchsichtiges
Pflaster auf die Haut (Bauch, Aussenseite Oberarm, Oberkörper oder Gesäss)
aufgeklebt. Übern die Haut gelangen die im Pflaster enthaltenen Hormone in den
Blutkreislauf. Nach 7 Tagen, immer am gleichen Wochentag, wird das
Verhütungspflaster ausgetauscht. Nach der dritten Woche folgt eine einwöchige
Pflasterpause, in der eine Blutung nach 3 bis 4 Tagen einsetzt.
Vorteile: regelmässige Hormonspiegel im Blut. Man muss nur einmal pro Woche an
die Verhütung denken.
Nachteile: Bei übergewichtigen Frauen (über 90kg) reicht die Hormonmenge nicht
mehr aus, eine Ovulation zu verhindern.
Mirena, die
Hormonspirale: In die Gebärmutter wird durch den Arzt/die Ärztin ein
Plastikstäbchen eingelegt, das kontinuierlich über 5 Jahre kleine Mengen des
Hormons Gestagen abgibt. Auch mit dieser Methode wird Eireifung und Eisprung
verhindert. Da die Wirkung des Hormons auch den Schleimpropf im Gebärmutterhals
eindickt, kommt es zu einer zusätzlichen Barriere gegen aufsteigende Spermien
aber auch Bakterien (infektionshemmend). Es ist die einzige Spirale, die man
jungen Frauen, die noch nie geboren haben, einlegen darf. Da nur das eine der
beiden weiblichen Hormone abgegeben wird, ist es auch bei gewissen
Risikosituationen (z.B. erhöhte Gerinnungsneigung) zugelassen. Aus dem
gleichen Grund kommt es anfangs oft zu tage- bis wochendauernden
Schmierblutungen und im weiteren Verlauf meist zu einem völligen Ausbleiben der
Mens.
Die Kupferspirale:
Sie ist ein reines Kupfer-Plastikstäbchen. Es enthält keine Hormone, Eireifung
und Eisprung werden nicht verhindert. Was nicht mehr stattfinden kann, ist die
Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter. Die Verhütungssicherheit ist daher
etwas geringer als bei den hormonellen Methoden.
Vorteil: die kostengünstigste Verhütung. Man muss nicht mehr dran denken.

Implanon:
ist ein weiteres hormonabgebendes Stäbchen. Es wird am Oberarm unter die Haut
„gestochen“ (kleiner Hautschnitt) und verbleibt 3 Jahre da. Wie die Mirena gibt
Implanon nur Gestagen ab. Das Ausbleiben der Mens ist der Idealfall,
Schmierblutungen können aber über längere Zeit auftreten und sehr lästig sein.
Andere Verhütungsmethoden wie Urinkontrollapparate, die Kalendermethode und
Scheidentemperaturkontrolle, die Angaben über die fruchtbaren Tage machen,
sowie der „Koitus interruptus“(Penis raus vor dem Samenerguss), sind alle
äusserst unsichere Verhütungsmethoden.
Zum Schluss ein Plädoyer für das gute, alte Kondom: es ist eine sichere
Verhütungsmethode, die korrekte Handhabung vorausgesetzt. Es erreicht aber nie
die gleich hohen Verhütungsquoten wie die hormonalen, oben genannten
Alternativen. Aber, und das ist sehr wichtig, es ist und bleibt der einzig
sichere Schutz vor Infektionen (HIViren, Hepatitis B und C Viren, Herpesviren
etc.)
Deshalb im Zweifelsfall trotz Pille, Spirale, Pflaster … bei junger
Bekanntschaft, während der man den Partner und seine Vorgeschichte erst
bruchstückhaft kennt: zusätzlich Kondom benutzen! Und wenn doch einmal etwas schief läuft: Situation mit Arzt/Ärztin besprechen.
Es gibt noch die Möglichkeit der ‚Pille danach’: Einnahme bis 48 (ev. 72)
Std. nach der „Panne“ beim Geschlechtsverkehr. Je früher die gleichzeitige
Einnahme der beiden Tabletten (NorLevo), desto höher die erfolgreiche
Verhütung. Eine Nachtkonsultation beim Arzt ist dabei nicht nötig, aber am
nächsten Morgen sollte man sich melden.
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.verhuetungsinfo.ch/
http://www.mirena.ch/upload/docs/PDF/Verhtung_A5quer_deutsch_Fi.pdf
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