Gesundheitsratgeber


01. März 2006

Osteoporose - eine schleichende Krankheit

 

Definition und Bedeutung

Osteoporose, im Volksmund auch "Knochenschwund" genannt,  ist eine Erkrankung des gesamten Skelettes. Sie bewirkt, dass Knochenmasse abgebaut und allmählich in ihrer Struktur zerstört werden, und dadurch das Risiko eines Knochenbruchs steigt. Jede dritte Frau und jeder siebte Mann erleiden im Laufe ihres Lebens mindestens einen osteoporotisch bedingten Knochenbruch. Meist sind das Handgelenks-, Wirbel-, oder Schenkelhalsbrüche.

Risikofaktoren

  • Schenkelhalsbruch bei erstgradig Verwandten bei lediglich geringer Gewalteinwirkung

  • Frühere selber erlittene Knochenbrüche ohne entsprechende Gewalteinwirkung

  • Behandlung mit Cortisontabletten über drei Monate

  • Grössenverlust von mehr als drei Zentimeter

  • Regelmässiger Alkoholkonsum in grösseren Mengen und Rauchen über 20 Zigaretten pro Tag

  • Chronische Durchfallerkrankungen (Zöliakie, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)

  • Auftreten der Wechseljahre schon vor dem 45. Altersjahr

  • Schon mehr als 12 Monate keine Menstruation mehr gehabt (ausser infolge Schwangerschaft)

  • Unterfunktion der Geschlechtsdrüsen bei Männern

  • Zierlicher Körperbau (Body Mass Index unter 19)

Wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft, könnte eine erhöhte Gefährdung für Osteoporose bei Ihnen vorliegen. Sprechen sie Ihren Hausarzt / Ihre Hausärztin darauf an.

Abklärung

Neben der körperlichen Untersuchung und einer Blutentnahme zum Ausschluss einer Osteoporoseform aufgrund einer vorbestehenden Stoffwechselkrankheit  wird die sogenannte "Knochendichtemessung" angewandt. Beim DEXA-Verfahren (Dual X-ray Absorptiometrie) werden zwei Röntgenstrahlen unterschiedlicher Frequenz benützt. Aus der Absorption der beiden Strahlen und dem Vergleich mit einem Standard kann die Dichte der durchstrahlten Gewebe errechnet werden. Die Strahlenbelastung dieser Untersuchung ist sehr niedrig, und kostet je nach Institut  zirka 150 Franken. Die Krankenkasse übernimmt unter gewissen Bedingungen diese Kosten.

Was kann ich als Prophylaxe selbst tun?

  • Ernährung - Auf genügend Calcium - und Vitamin D Einnahme achten. Die Hauptlieferanten dafür sind Milch, Milchprodukte und Mineralwasser. Der tägliche Calciumbedarf variiert im Laufe des Lebens und liegt zwischen 1000 und 1500 mg pro Tag. Der Vitamin D Bedarf beträgt zwischen 400 und 800 IE.

  • Bewegung - Regelmässige körperliche Aktivität (mindestens 3x 30-40 Minuten pro Woche). Wichtig dabei ist, dass diese achsenbelastend ist, also Wandern, (Nordic) Walking, Joggen, Tanzen ist beispielsweise wirksamer als Schwimmen. Sinnvoll ist auch ein Training, das Ausdauer, Muskelaufbau (Kraft) und die Schulung der Koordination beinhaltet.

  • Sturzprophylaxe - Stolperfallen wie Teppichränder, am Boden liegende Gegenstände und Schwellen sollten entfernt werden. Auch soll auf genügend Licht (evtl. Sehhilfen) und geeignetes Schuhwerk, auch zuhause, geachtet werden.

  • Vermeiden von Rauchen und zuviel Alkohol

Therapie

Neben der konsequenten Anwendung der oben aufgeführten Vorbeugemassnahmen, kann eine diagnostizierte Osteoporose heutzutage mit speziellen Medikamenten behandelt werden. Wichtig ist auf alle Fälle die persönliche Betreuung je nach Risiko und Stadium der Krankheit. Ihr Hausarzt / Ihre Hausärztin wird Ihnen gerne weitere Auskunft geben.

Weitere Informationen

 

zurück Beitrag von Dr. med. Cosette Stoercklé Buser, Hausärztin, Reigoldswil