Gesundheitsratgeber


15. Januar 2008

Masern

 

Was sind Masern?

Bei den Masern handelt es sich um eine sehr ansteckende und weltweit verbreitete akute Infektionserkrankung. Charakterstisch sind die typischen Hautausschläge.

Der Verursacher ist das Masern-Virus (Morbili-Virus). Es wird durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen, Sprechen) von Mensch zu Mensch übertragen. Eintrittspforten für das Virus sind die Schleimhäute der Atemwege und die Bindehaut des Auges. Eine durchgemachte Masern-Erkrankung hinterlässt eine lebenslange Immunität.

Entgegen der weitverbreiteten Meinung sind die Masern keine harmlose Kinderkrankheit. Erwachsene können ebenso oder sogar stärker davon betroffen werden! Etwa jedes 10. Kind bekommt im Lauf der Masern eine Mittelohrentzündung. Weitere relativ häufige Komplikationen sind eine Lungenentzündung oder eine Entzündung der oberen Atemwege („Masernkrupp“), die zu gefährlicher Atemnot und Erstickungsgefahr führen kann. In ganz seltenen Fällen kann es sogar zu einer Hirnhautentzündung kommen, welche bei 20-25% der Betroffenen zum Tod, bei weiteren 20% zu bleibenden Behinderungen führen kann.
 

Ansteckung und Beschwerden

Bereits während der Inkubationszeit (die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit ) - sie beträgt etwa zehn bis zwölf Tage- besteht eine Ansteckungsgefahr. Man unterscheidet zwei Stadien der Erkrankung, welche sich in folgenden Beschwerden äussert:


1. Beschwerden im Vorläuferstadium (Prodromalstadium):

  • Untypische Beschwerden im Nasen-Rachen-Raum (Schnupfen, Halsschmerzen, Heiserkeit, trockener Husten).

  • Bindehautentzündung (Gerötete, tränende Augen, Lichtempfindlichkeit)
  • Auf der Mundschleimhaut bilden sich kleine weisse Flecken (sogenannte Koplik-Flecken). 

 2. Beschwerden im sekundären Stadium (Exanthemstadium): 

  • Charakteristischer roter, zu Beginn punktförmiger, später fleckiger Hautausschlag. Er beginnt  hinter den Ohren und am Hals und breitet sich allmählich über den ganzen Körper bis zu den Füssen aus.  Der Ausschlag dauert etwa fünf Tage, danach wird die Haut schuppig.
  • Fieberschübe bis 41 Grad
  • Lymphknotenschwellung am Hals, begleitet von Halsschmerzen.

 

Behandlung

Gegen das Masernvirus gibt es keine Medikamente, es können lediglich die Beschwerden behandelt werden. Die Erkrankten sollten wenn möglich von andern Personen ferngehalten werden (vor allem während der Zeit der Ansteckung).

Weitere Massnahmen, wie absolute Bettruhe, Abdunkeln des Raums bei Bindehautentzündung, bei Fieber viel Trinken, fiebersenkende Hausmittel (Wickel etc.), Hustensäfte und -tees, können Linderung bringen.

 

Impfung
Der beste Schutz vor Masern bietet die Masernimpfung. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt, alle Kinder gegen Masern,Mumps und Röteln zu impfen. Der offizielle Impfplan sieht vor, dass die 1. Masernimpfung im Alter von 12 Monaten erfolgt, die 2.mit 15-24 Monaten.

Eine fehlende Impfung kann in jedem Alter nachgeholt werden. Erwachsenen, die nie gegen Masern geimpft wurden oder die nie Masern durchgemacht haben, wird die Impfung empfohlen. Besonders wichtig ist die Impfung für Medizinalpersonal, Frauen im gebärfähigen Alter und Personen, die regelmässig mit Kindern arbeiten.

 

Für weitere Fragen oder Ratschläge steht Ihnen Ihr Hausarzt/-ärztin gerne zur Verfügung.

 

Infobroschüre zur Masernimpfung des Bundesamtes für Gesundheit

 

 

zurück Beitrag von Dr. med. Cosette Stoercklé, Hausärztin, Reigoldswil