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Auftreten und Verbreitung
Das Auftreten von Krampfadern oder Varizen ist die häufigste Gefässerkrankung
überhaupt. Dabei sind die Frauen häufiger betroffen als die Männer. Die
Beschwerden sind je nach Ausdehnung und Ursache der Erkrankung unterschiedlich. Man kann von einer eigentlichen Volkskrankheit sprechen. Das Wort
"Krampfader"
stammt übrigens aus dem Althochdeutschen und bedeutet ursprünglich krumme Ader.
Doch was sind eigentlich Varizen?
Um das zu erklären, ist ein kurzer Exkurs in die
Anatomie notwendig. Venen transportieren das verbrauchte Blut von den Beinen,
aber natürlich auch von allen anderen Organen zum Herzen zurück. Venenklappen,
die wie Ventile funktionieren, verhindern, dass das Blut in den Venen ins Bein
zurückfliessen kann. Wenn die Venenklappen ihre Funktion verlieren, wird der
Druck auf die Venenwände stetig grösser. Dadurch es kommt zu einer zunehmenden
Ausweitung der Vene. Sie tritt als geschlängelte und prall gefüllte Krampfader
in Erscheinung.
Durch die Störung des Blutrückflusses in diesen oberflächennahen Venen kommt es
zu einer stehenden Blutsäule. Das umliegende Gewebe entnimmt dem Blut Nährstoffe
und Sauerstoff solange der Vorrat reicht. Danach entsteht eine örtliche
Übersäuerung und Sauerstoffarmut des Blutes, was nicht nur zu
Hauternährungsstörungen, sondern auch zu einer Stoffwechselbelastung des
Gesamtorganismus führt. Die ersten Symptome sind schwere, müde Beine,
abendliche Knöchelschwellungen und Wadenkrämpfe.
Durch die zunehmend
schlechte Blutzirkulation kommt es an den stark
  exponierten Hautstellen
zu Schmerzen und Entzündungen und, falls die Krankheit nicht behandelt
wird, zu offenen Beinen. Varizen sind also nicht nur ein kosmetisches
Problem, sondern können, wenn fortgeschritten, eine ernsthafte
Erkrankung sein.
Damit Varizen entstehen können, ist eine gewisse Veranlagung, zum Beispiel eine
Bindegewebsschwäche Voraussetzung. Durch Bewegungsmangel, Übergewicht, sitzende
Tätigkeiten, aber auch Schwangerschaften wird das Problem noch verstärkt.
Diagnose
Meistens ist den
betroffenen Patientinnen und Patienten die Diagnose schon klar, bevor
sie den Arzt aufsuchen, da die Varizen die oben genannten
typischen Beschwerden verursachen, aber auch kosmetisch stark stören.
Nicht selten jedoch haben die Patienten venöse Beschwerden, ohne dass
Krampfadern sichtbar sind.
Eine fachärztliche
Abklärung ist deshalb angezeigt. Dadurch kann die Diagnose gesichert
und, wenn notwendig, eine geeignete Therapie verordnet
werden. Neben der gründlichen klinischen Untersuchung wird häufig auch
eine Ultraschalluntersuchung angeschlossen, um Ausdehnung und Verlauf
der Varizen genau dokumentieren zu können.
Klicken Sie auf das
Bild oder hier zum Anzeigen des Ultraschall-Videos (Voraussetzung:
Quicktime oder Realplayer oder Windows Mediaplayer).
Behandlungsmöglichkeiten
Eine regelmässige
körperliche Betätigung, gesunde Ernährung und eine Gewichtsreduktion bei
Übergewicht, sollten immer in Betracht gezogen werden.
Das Tragen von
medizinischen Kompressionsstrümpfen ist eine sehr effektive Behandlung
der Venen und kann, falls regelmässig angewendet, das Fortschreiten der
Venenerkrankung aufhalten. Medikamente zur Verbesserung des venösen und
lymphatischen Abflusses sind während der warmen Jahreszeit sehr
hilfreich.
Feine, vor allem kosmetisch
störende Varizen, sogenannte Besenreiservarizen können mittels Verödung
meistens mit gutem Resultat behandelt werden. Für sehr feine rötliche
Venengeflechte kann auch die Laserbehandlung zum Erfolg führen.
Grössere
Varizen sollten wenn möglich operativ angegangen werden, vor allem wenn
sich bereits Folgeschäden wie Hautveränderung oder Venenentzündungen
ergeben haben. Durch die Ultraschall kontrollierte Lokalisation der
Varizen ist es dem Chirurgen möglich, die krankhaften Venen vollständig
und schonen zu entfernen.
Wichtige Fortschritte im Erkennen und Behandeln der Varizen wurden in den
letzten Jahren erreicht. Dies zeigt sich in einem markanten Rückgang von
schweren Folgeschäden wie offenen Beinen, Venenentzündungen und chronischen
Beinschmerzen.
Zögern Sie deshalb nicht Ihren Hausarzt um Rat zu
fragen. |