Die Gürtelrose ist eine akute
Infektionskrankheit, die einen Hautausschlag macht (daher „Rose“),
welcher typischerweise streifenförmig angeordnet ist (daher „Gürtel“). Bereits
vor dem Auftreten der Bläschen bestehen meist starke Schmerzen im betroffenen
Gebiet; diese können lange Zeit andauern, auch wenn die Bläschen nach circa zwei
bis vier Wochen längst abgeheilt sind. Der Zoster, wie die Krankheit medizinisch
heisst, kann in jedem Alter auftreten, bei Kindern allerdings selten.Die Krankheit wird durch dasselbe
Virus
ausgelöst, welches auch die Varizellen (Spitze oder Wilde Blattern) verursacht.
Der Körper erreicht meist eine Teilimmunität; dabei wird das
Varizellen-Zoster-Virus in die Zellkörper der Nervenzellen, wo es kaum
angreifbar ist, zurückgedrängt und dort in Schach gehalten. Lässt die
körpereigene Abwehr aus irgendeinem Grund (ev. nur vorübergehend) nach, können
sich die Viren den Nervensträngen entlang erneut ausbreiten. Das
verursacht im Ausbreitungsgebiet des betreffenden Nervs die Schmerzen und den
Ausschlag.
Der Verlauf der Krankheit ist
im Allgemeinen gutartig; in einem
kleinen Teil der Fälle bleiben allerdings Narben zurück. Schwere Verläufe sieht
man vor allem beim Befall eines Hirnnervs, was doch bei etwa einem Siebtel
aller Erkrankungen vorkommt. Weitaus die häufigsten Erkrankungen finden sich im
Bereich der Brustsegmente, also von Mitte Brustbein bis zum Beckenkamm. Beim
Befall des Stirnastes des fünften Hirnnervs (Trigeminus)
kommt es in der Hälfte der Fälle zu
Komplikationen von Seiten des Auges, wobei Entzündungen aller Augenabschnitte
und eventuell auch ein grüner Star auftreten können.
Gefürchtet ist die Hornhautentzündung, die zu Geschwüren und einer Trübung der
Hornhaut führen kann, und häufig trotz fachgerechter Behandlung einen
langwierigen Verlauf hat. Der Befall des siebten Hirnnervs (Facialis) kann
heftige Schmerzen im Ohr verursachen, verbunden mit Gleichgewichtsstörungen,
Gesichtslähmung und auch Geschmacksverlust im vorderen Zungenabschnitt.
Todesfälle sind bei der Gürtelrose sehr selten; sie treten ausnahmsweise bei
schweren Grundleiden auf wie zum Beispiel Krebserkrankungen, AIDS oder stark
geschwächten alten Menschen.
Auch das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) kann mitbefallen werden,
wobei je nach Ausdehnung und Stärke die Zeichen einer Hirnhautentzündung
(Kopfschmerzen, Nackensteife, Bewusstseinsänderung) oder einer Hirnentzündung
(Bewusstseinsänderung, Lähmung) auftreten können.
Die Behandlung richtet
sich einerseits gegen die Schmerzen, andrerseits ist eine örtliche Behandlung
mit Schüttelpinselungen oder abdeckenden Pasten angezeigt, um einer Vereiterung
der Bläschen vorzubeugen. Innerhalb spätestens 72 Stunden nach Auftreten des
Ausschlags können spezifisch gegen das Zostervirus wirksame Medikamente
eingesetzt werden, welche den Verlauf der Krankheit mildern und verkürzen und
auch die bei älteren Menschen in 50 % auftretenden langdauernden Nervenschmerzen
(„postherpetische Neuralgie“) günstig beeinflussen. Der Hornhautbefall bedarf
der Behandlung durch den/die Augenarzt/-ärztin. Indirekt vorbeugend wirkt die
Varicellen-Impfung (Verminderung der postherpetischen
Neuralgie um circa einen Drittel); eine neue Impfung für Erwachsene ist
in Vorbereitung, sie sollte 2007 erhältlich sein.
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