Gesundheitsratgeber


11. Januar 2006

Asthma - eine relativ häufige Krankheit

 

Was ist Asthma?

Es ist eine Krankheit der Bronchien (Äste der Luftröhre), die verengt sind, sodass die Ein- und Ausatmung erschwert ist. Mehrere Faktoren können diese Verengung verursachen:

- Muskelfasern, die rings um die Bronchien verlaufen, ziehen sich zusammen (Bronchialverkrampfung).

- Die Schleimhaut der Bronchien ist entzündet und schwillt an.

- Im Innern der Bronchien bildet sich vermehrt zäher Schleim.

Symptome: Atemnot-Anfälle, Enge-Gefühl auf der Brust und Husten sind die häufigsten Symptome. Manchmal tritt Pfeifen beim Atmen auf.

Ursachen: Vor allem Kinder mit Asthma haben eine Allergie gegen Substanzen in der Umgebungsluft. Bei ca. der Hälfte der Erwachsenen ist dies ebenso der Fall. Bei der anderen Hälfte äussert sich das Asthma genau gleich, es liegt aber keine Allergie vor; die Ursache des Asthmas ist bei diesen Personen letztlich unklar.

Auslöser von Asthma-Anfällen: Verschiedene Reize können bei den überempfindlichen Bronchien der Asthma-Patienten zu einer Bronchialverkrampfung führen: kalte, trockene Luft, körperliche Anstrengung, Zigarettenrauch (auch Passivrauchen), Ozon, Stress und Infektionen der Atemwege (Erkältungen, Grippe). Typische Allergene, die zu einer Bronchialverkrampfung führen sind z.B. Katzen, Hausstaub und Heu.

Verbreitung: Asthma ist häufig: fast 10% aller Kinder und etwa 7% der Erwachsenen leiden darunter. In den letzten 50-100 Jahren ist eine Zunahme zu beobachten. Die Gründe dafür sind unbekannt. Wahrscheinlich spielen Umweltfaktoren und die Lebensweise eine Rolle. Zusammen mit der Veranlagung für Asthma, die vererbbar ist.

Behandlung: Das Ziel jeder Asthma-Therapie ist, dass trotz Krankheit ein normales Leben (inkl. Sport) möglich ist. In der Regel wird dies auch erreicht. Die Behandlung basiert auf 3 Säulen:

  1. Vermeiden von Allergen-Inhalation

  2. Behandlung der Bronchialentzündung

  3. Behandlung der Bronchialverkrampfung

Allergene vermeiden heisst konkret, Verzicht auf Tiere, auf die man allergisch ist oder ein Matratzenüberzug bei Hausstauballergie.

Die Behandlung der Bronchialentzündung geschieht durch inhalierbare Kortison-Präparate. Über den Inhalationsweg können die Bronchien direkt erreicht werden und es sind nur kleine Kortison-Dosen nötig. Bei korrekter Inhalationstechnik und richtiger Dosierung sind keine Nebenwirkungen zu erwarten.

Zur Behandlung der Bronchialverkrampfung stehen gute, ebenfalls inhalierbare Medikamente zur Verfügung, welche die Bronchien rasch erweitern und im akuten Anfall die Atemnot lindern. Es gibt heute auch langwirksame Präparate, die nur zweimal am Tag inhaliert werden müssen, damit die Bronchien rund um die Uhr erweitert bleiben.

Schlussbemerkung: Zusammen mit einer regelmässigen ärztlichen Überwachung helfen diese Therapien, die oben genannten Behandlungs-Ziele in der Regel zu erreichen. Asthma wurde damit zu einer zwar chronischen Krankheit, die aber gut kontrollierbar ist und meistens auch eine günstige Prognose hat.

zurück Beitrag von Dr. med. Stefan Lehmann, Hausarzt, Reigoldswil